Plattform-Lancierung nur mit Online-Tools

11 11 2010

tuttich.bmp Am gestrigen Kongress Suchmaschinen- & Facebook-Marketing von Internet-Briefing stellte der Stefano Santinelli, der Geschäftsführer der norwegischen Schibstedt Media Group den neuen Schweizer Marktplatz tutti.ch vor. Er wurde am 1.3.2010 lanciert und zählt bereits 100′000 Inserate auf seiner Plattform. Tutti.ch will die grösste Kleinanzeigen-Site der Schweiz zu werden, denn nur Top-Anbieter in diesem Markt haben hohe Margen. Der Haupt-Konkurrent Piazza (aktuell ca. 100′000 Anzeigen inklusive rund 40′000 von car4you.ch) soll übertroffen werden. Die Lancierung wurde ausschliesslich mit AdWords und Suchmaschinenmarketing unterstützt. Gemäss Erfahrung zeigen bei AdWords grosse Budget-Pushs bessere Resultate als viele kleine Budget-Wellen. Die eindrücklichsten Resultate brachte aber die Webseite-Optimierung im Hinblick auf schnellere Ladezeiten, sofortiges Verständnis und einfachen Nutzungsablauf. Parallel zu den bezahlten Online-Massnahmen stiegen auch die organischen Anfragen im Google Suchbereich, die zur Zeit 62% aller Kontakte ausmachen; nur noch 38% aller Kontakte werden von Schibstedt bezahlt. Jetzt stellt sich die Frage: soll zusätzlich Werbung mit Branding-Effekt im Google Display Network eingesetzt werden? Ihre Vorteile: sie ist schnell einsetzbar und unterstützt effektiv die Anzahl der Suchanfragen, Nachteile: Top-Sites bieten wenig Platzierungsvolumen, die Zielgruppen-Segmentierung sei eine Herausforderung, die Kreativität sei limitiert. Das Portal wurde erfolgreich in mehreren Ländern eingeführt, in Frankreich heisst es leboncoin.fr, in Indonesien berniaga.com. Social Media Massnahmen werden in wenigen Ländern eingesetzt: Die Site mudah.my in Malaysia wickelt ihren Kundendienst ausschliesslich über Facebook ab: Erfahrungen und Verbesserungen werden systematisch gesammelt und ausgewertet. Andere Länder unterstützen per Internet soziale Engagements und lancieren Diskussionen zu Umwelt- und Entrepreneurthemen. Relevant: Einmal-Aktionen wie Wettbewerbe sind verpönt, der User muss immer einen Grund haben, wieder auf die Seite zurückzukehren.



Stopperfunktion der Kommunikation

9 11 2010

goodbye-limits_011exlibrisphones.jpg Die erste Aufgabe der Kommunikation besteht darin, die Aufmerksamkeit der Zielpersonen auf sich zu lenken. Es gilt, den Fluss der laufenden Informationsaufnahme zu stoppen und die Aufmerksamkeitsbarriere zu durchdringen. Dabei helfen formale Kriterien und die richtige Informationsmenge. Der Medienkonsum der Bevölkerung beträgt täglich im Durchschnitt fast 10 Stunden. Von allen Informationen werden aber nur 1 bis 2 Prozent beachtet, rund 98 Prozent werden vom menschlichen Gehirn „ausgefiltert“. Einmal gestoppt, heisst es, schnell auf den Punkt zu kommen: Prof. Dr. Kröber-Riel hat gemessen, dass Anzeigen nur bis 3 Sekunden lang betrachtet werden. Die Aufnahmefährigkeit des Gehirns lässt nur eine knappe Informationsmenge in dieser Zeit zu: das Lesen von 4-6 Wörtern dauert rund 1 Sekunde, das Betrachten von sechs Bildern schon 10-20 Sekunden. Gemäss DirectNews fokussiert das Auge zuerst auf Bilder, dann auf Logos, Unterschriften und Hervorhebungen. Grosse Schriften werden besser wahrgenommen als kleine, Farbe besser als schwarz-weiss und einzeln gesetzte Textzeilen besser als ein längerer Text. Fazit: kurze, gut strukturierte Titel und Texte und aussagekräftige Bilder haben höhere Beachtungschancen. Und es gilt; einmal erfolgreich gestoppt, kann der interessierte Leser auch weitergeführt werden.